Zen ist nichts Spektakuläres – und das ist das Schöne daran. Die Prinzipien entstanden vor rund 2500 Jahren durch das Zusammenkommen von Taoismus (Laotse, Tao Te King, Yin und Yang, TCM, Qigong…) und dem aus Indien stammenden Buddhismus mittels eines ziemlich weisen Mannes namens Bodhidharma, der dem Essentiellen des Lebens auf der Spur war und eine einfache, aber tiefreichende Methode begründete, die uns die Dinge genauer wahrnehmen und sehen lässt. Dabei liegt der wesentlichste Aspekt des Zen darin, durch die besondere Übung der Zen-Meditation (eine kleine Anleitung dazu finden Sie unter „Texte“) in einer Haltung der Entspannung und völligen Ausgewogenheit innerlich ruhig zu werden und so zu einer ganz neuen Qualität und Sichtweise zu finden. Die kontinuierliche Übung führt zu einer wesentlich grundsätzlicheren Betrachtung des Lebens und seiner Zusammenhänge. 

Entscheidend ist dabei in meinen Augen vor allem, diese Erfahrung im Alltäglichen umzusetzen, im wirklichen Leben also – und das ist es, was mir so gut daran gefällt. Der Alltag ist das wahre Zen. Reagieren wir klüger? Bleiben wir gelassener? Werden wir menschlicher? Leben wir in Übereinstimmung mit dem Grösseren? Hier zeigt sich, wie sehr unsere Übungspraxis und die daraus entstehende vertiefte Achtsamkeit gegenüber dem Leben wirklich Teil von uns selbst geworden sind.

Man sagt: Zen ist die Praxis der Stille. Das Innere einfach ruhig werden lassen. Sein wahres Gleichgewicht finden. Die Einheit von Körper und Geist wiederentdecken. In diesem Moment ist schon alles da. Nur erkennen. Den wahren Ursprung in sich selbst finden. Worin liegt die Essenz von allem?

 

Buchempfehlungen: Charlotte Beck: Zen im Alltag – Shodo Harada: Der Weg zu Bodhidharma – Shunryu Suzuki: Zen-Geist, Anfänger-Geist