Zen ist nichts Spektakuläres – und das ist das Schöne daran. Es ist keine Religion, vielleicht könnte man es als Philosophie betrachten, am ehesten aber ist es wohl eine Erfahrung, die uns die Dinge genauer betrachten und sehen lässt. Denn der wesentlichste Aspekt des Zen liegt darin, durch die besondere Praxis der Zen-Meditation (eine kleine Anleitung dazu finden Sie unter „Texte“) in einer Haltung tiefer Entspannung und Ausgewogenheit innerlich vollkommen ruhig zu werden und so zu einer ganz neuen Qualität und Sichtweise zu finden. Die kontinuierliche Praxis führt zu einer wesentlich tieferen Betrachtung des Lebens und seiner Zusammenhänge. Oberstes Ziel des Zen ist «Satori» – die Erleuchtung: Die Befreiung von unseren limitierenden, ego-gefärbten Sichtweisen, um zu erkennen, wie alles wirklich ist.

Entscheidend ist dabei vor allem, die Erfahrung im Alltag umzusetzen, im wirklichen Leben also – und das ist es, was mir so gut daran gefällt. Der Alltag ist das wahre Zen. Reagieren wir klüger? Bleiben wir gelassener? Werden wir menschlicher? Hier zeigt sich, wie sehr unsere Übungspraxis und die daraus entstehende vertiefte Achtsamkeit gegenüber dem Leben wirklich Teil von uns selbst geworden sind.

Man sagt: Zen ist die Praxis der Stille. Das Innere einfach ruhig werden lassen. Sein wahres Gleichgewicht finden. Die Einheit von Körper und Geist wiederentdecken. In diesem Moment ist schon alles da. Nur erkennen. Den wahren Ursprung in sich selbst finden. Worin liegt die Essenz von allem?

 

Buchempfehlungen: Charlotte Beck: Zen im Alltag – Taisen Deshimaru: Za-Zen – Shodo Harada: Der Weg zu Bodhidharma – Shunryu Suzuki: Zen-Geist, Anfänger-Geist